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Weihnachten und so …

Weihnachten gut finden ist ja schon seit 20 Jahren mega-out, weil Weihnachten nur Konsum und blablabla ist und überhaupt stresst es und muss das eigentlich etc.

Ich mag Weihnachten. So ab September wird das Jahr erst interessant für mich und Weihnachten ist das Sahnehäubchen … nur die 8 Monate danach können mir gestohlen bleiben.

Wie dem auch sei. Heute bin ich durch die Stadt geschlendert, auch deshalb, weil ich noch nicht entschieden habe, wie der Weihnachtsbaum dieses Jahr aussehen soll, und habe bei Depot auch gleich wieder weitere fünfundzwanzig Kugeln gekauft, die ich gar nicht mehr unterbringen kann, weil der Kleiderschrank auf der einen Seite schon bis oben hin mit Weihnachtskram vollgestopft ist.

Jeder hat halt andere Leichen … im Kleiderschrank … oder wie das heißt.

In der Fußgängerzone spielt schon seit gestern eine Combo aus Jungs, die womöglich aus Flüchtlingsfamilien kommen, auf total abgeranzten Instrumenten mit sehr viel Schmiss Saisongemäßes. Was ich, falls es sich wirklich um Muslime handelt, ausgesprochen sympathisch finde (aber auch sonst).

Ist doch auch wahr. „Jingle Bells“ ist überall auch ohne Schnee angesagt und hierzulande ist Weihnachten eh ein kultureller Mischmasch, aus dem sich das Christentum nur mit Mühe herausklamüsern lässt.

Außerdem können es ja nicht immer nur die Weihnachts-Peruaner sein, die ein bisschen Musik in die Fußgängerzone bringen.

Der Mittelalter-Teil des Weihnachtsmarktes wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Mir ist der Zusammenhang unklar und wieso eigentlich ausgerechnet Mittelalter, wenn es schon was Historisches sein soll?

Die Glühweinbude „zum Greifen“ verursacht mir ein grammatikalisches Gedankenstolpern, weil mein Hirn unentwegt „nahe“ ergänzen möchte, auch wenn mir klar ist, dass es sich lediglich um einen Fabelwesendativ handelt.

Wieder zu Hause ärgerte ich mich (nur halb) über das handgemalte und doppelt unterstrichene Schild „hier ist kein Mülleimer. Der ist hinter dem Haus“, das einer meiner lieben Nachbarn im Hausflur aufgehängt hat, weil einige Mieter die Werbung aus dem Briefkasten gleich neben der Haustür stapeln. Macht man nicht. Weiß ich auch. Ich habe den Stapel oft genug schon selbst in die Papiertonne geworfen. Kann man aber auch netter sagen, so kurz vor Weihnachten … finde ich.

Also ergänzte ich handschriftlich ein „… und allen frohe Weihnachten und schöne Feiertage“.

Geht doch.

Und morgen ist schon wieder alles vorbei -.-

Weihnachten im Ruhrgebiet: (auch) Zeit der Ruhe und Andacht

Solche einfachen, und dennoch schöne Kerzen werden von den Gläubigen zum Weihnachtsfest verwendet (Symbolbild). / Bildquelle: www.kirchliche-kunst.de

Die Weihnachtszeit ist für viele Menschen eine schöne, aber auch zugleich eine sehr hektische Zeit. Neben der alltäglich zu erledigenden Arbeit, müssen Geschenke nicht nur gekauft werden, sondern sondern auch erst mal gefunden werden. Es stehen Firmenfeste an, die Wohnung will geschmückt sein, und ein prächtiges Festmahl zubereitet und vorbereitet werden. Wer das nicht rechtzeitig vorbestellt, der hat schlechte Karten, und muss das nehmen was am Ende überbleibt.

Doch vergessen wir nicht oft das schöne an Weihnachten? Es muss nicht perfekt sein, nein es geht doch um das Fest der Liebe, also darum mit unseren Liebsten zusammen zu kommen, das Jahr Revue passieren zu lassen, sich zu freuen, das man einander hat.

Darum gibt es seit einigen Jahren, auch im Ruhrgebiet Menschen die Weihnachten wieder in seiner Ursprünglichen Form feiern, als einfaches Fest der Liebe, an dem sie die Geburt Jesu, unseres Herren und Erlösern feiern. Dazu kommt nur eine kleine Gemeinde zusammen und stellt z.B. ein paar Kerzen auf. Manche bringen auch kleine Ikonen und oder Engelsfiguren mit. In dieser kleinen Gemeinde ist jeder willkommen. Nur ich sollte keine Bilder von ihnen machen, dass machten die tief gläubigen Menschen nicht.

Seit meinem Besuch bei der kleinen Gemeinde in der Nähe von Essen, habe ich darüber nachgedacht, ob unsere moderne Gesellschaft wirklich das ist, was ich mir von einer in Takten Welt wünsche. Ich werde mein Konsumverhalten schon ein wenig anpassen, denke ich. Werde mehr Zeit mit der Familie und Freunden verbringen. Eben das was wichtig ist. Mir ist aber auhc weiterhin wichtig, dass in einer freien Welt jeder für sich eine Entscheidung treffen kann. Wichtig ist nur, dass er sie bewusst trifft, und damit keinem Mitmenschen schadet.

In diesem Sinne: ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.