Archiv für den Autor: Trixicola

Essen original

„Essen original“ findet jedes Jahr statt und war in diesem Jahr im August.
In der Innenstadt spielen Bands auf zig verschiedenen Bühnen. Von Heavy Metal über Reggae, Techno, Schlager bis hin zu Comedy. Coole Sache ist das.
Umsonst und draussen ist die Devise.

Menschen aller Altersklassen sind auf diesem Event vertreten. Bei trockenem Wetter doppelt schön.
Wir waren am Freitag auch dort. Ich habe amüsiert zugeschaut, wie die Jugendlichen gepogt haben und dachte an die Zeit zurück, als ich selbst in dem Alter war und wir das Gleiche taten.
Ein Bier kostete 4 EURO! Find ich schon ganz schön happig und ich kann verstehen, dass die Jungs und Mädels sich ihre eigenen Getränke mitbringen.
Und klar, dass die auch schon mal betrunken sind.

Aber das hat mich total genervt:
Eine Gruppe Jugendlicher sitzen auf der Kettwiger Straße und trinken.
Wir gehen vorbei. In dem Moment knallt direkt hinter uns eine Flasche aufs Pflaster.
Ich drehe mich um und frage was das soll. Gelächter und Hohn. Keine Antwort.
Sie stecken die Köpfe zusammen und lachen.
Ich bin wütend.

Einige Meter weiter hören wir wieder Flaschen klirren. Als wir um die Ecke biegen, sehen wir wieder Jugendliche, die sich einen Spaß daraus machen, die Flaschen in eine Baustelle zu werfen.
Ich werde noch wütender und frage, ob das wohl Spaß macht?

„Halt die Fresse“ bekomme ich von einer jungen Frau zur Antwort.
Ich bin auf sie zugegangen und habe gefragt, ob das wohl lustig wäre und was das denn soll!
„Ist ja nur ne Baustelle und wir sollten nicht die „Leute anpöblen“! Ich wüsste nicht, dass ich Krafausdrücke benutzt und gepöbelt hätte.
Kurze Diskussion. Wir haben argumentiert, dass man doch einfach die Flaschen stehen lässt oder sie in den nahe gelegenen (10 Meter weiter) Papierkorb wirft.
Nein, das ist ja spassig und wir sollten uns doch verpissen und uns an Gott und die Bibel halten.
Diskussion war nicht möglich. Gelächter und dummes Geschwätz, mehr war nicht zu erwarten.

Ich fühle mich oft so hilflos, aber WILL nicht immer wegschauen und alles tolerieren!
Wie seht Ihr das?

Geschichte der Krupps im „Kleinen Haus“

Zwei Ausstellungen informieren über das Leben der Familie Krupp, die Entstehung der Villa Hügel, die Geschichte des Unternehmens sowie über die von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Es gibt viel zu entdecken in der Ausstellung. Wir erfahren, wie Alfred Krupp (1812-1887) aus der einstigen Gussstahlfabrik seines Vaters, Friedrich Krupp (1787-1810), ein Großunternehmen in Essen schuf.
Eigene Entwürfe von Alfred Krupp finden sich in der Ausstellung. Krupps Fokus lag eindeutig auf technischen Innovationen.
Der Bau ist eher schlicht und wurde in der damaligen Presse als „Kolossalkasten“ bezeichnet, „kaum etwas Bemerkenswertes verblieben ist, als seine wüste Größe“.
Friedrich Alfred Krupp (1854-1902), verheiratet mit Margarethe Krupp geb. Freiin von Ende (1854-1931) führte das Unternehmen nach dem Tode des Vaters weiter.

Tochter Bertha Krupp (1886-1957), verlieh den Krupps durch ihre Ehe mit Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (1870-1950), den adligen Zusatz, der auch in Zukunft Bestandteil des Namens blieb.

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach (1907-1967) war der „letzte Krupp“

Arndt von Bohlen und Halbach (1938-1986) verzichtete 1966 zugunsten der Stiftung auf sein Erbe.

Wie weit verzweigt das Imperium der Krupps ist, erfährt der Besucher. Die Germaniawerft gehörte unter anderem zur Dynastie.
Es gibt zahlreiche Fotos, Filme und Exponate.

Berthold Beitz, ist seit dem Tod von Alfried Krupp (1968), Sachverwalter des Kruppschen Privatvermögens.
Er wandelte das Vermögen in eine Stiftung um, und ist noch heute Vorsitzender des Kuratoriums der gemeinnützigen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Beeindruckt war ich von den vielen Fotodokumente, die belegen, welche Staatsmänner er im Laufe der vielen Jahrzehnte getroffen hat.

Der obligatorische Eintritt in den Park der Villa Hügel beträgt 1 Euro.
Die Ausstellung im kleinen Haus ist im Eintritt enthalten.
Ich kann einen Ausflug nur empfehlen. Anschließend ein Spaziergang durch den Park – Herrlich.

Das Kleine Haus mit den Ausstellungen zur Krupp-Geschichte und zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung war längere Zeit wegen Umbauarbeiten geschlossen, inzwischen hat es wieder geöffnet.